Erstkommunion in St. Laurentius, Bietigheim-Bissingen

Wie kann ein kleiner Chor die lange Zeit ohne Proben und Zusammentreffen überbrücken?

Wie können wir, der „Junge Chor“, dazu beitragen, dass für 24 Kinder die Erstkommunion-Gottesdienste feierlich gestaltet sind – wie in den letzten Jahren?

Gelingt das in Zeiten, in denen maximal 4 Personen gemeinsam in der großen Kirche singen dürfen?

Als die Anfrage unseres Pastoralreferenten Rolf Briehl, der die Vorbereitung der Erstkommunion leitet, Ende Januar beim Jungen Chor eintraf, haben wir sehr schnell zugestimmt und überlegt, wie wir diese Herausforderungen bewältigen können. In einer Videokonferenz aller Chormitglieder haben sich schnell genügend Sängerinnen und Sänger gefunden, die es sich zutrauen im Oktett oder sogar Quartett die z.T. 4-stimmigen Sätze zu singen. Auch wenn sich nicht alle darauf einlassen wollten, so war die Gruppe groß genug für diese Aufgabe. Insgesamt beteiligten sich an diesem Projekt acht Sängerinnen und Sänger (plus Pianist und Chorleiterin). Wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, war es gut, dass sich so viele eingebracht haben.

Gemeinsame Proben unter Pandemie-Bedingungen waren in den ersten Monaten dieses Jahres nicht möglich. Dank der Bereitschaft aller Beteiligten, vor allem unserer Chorleiterin Frau Isabel Pedro, haben wir einzeln geprobt – teilweise unterstützt von „Playbacks“, die unser Pianist zusammen mit Frau Pedro eingespielt hat.  So ist es uns gelungen, dass am Ende eine kurze Anspielprobe vor dem großen Festtag für die Erstkommunionkinder ausreichte, um alles gemeinsam zum Klingen zu bringen.

Während der Vorbereitungszeit zeichnete sich Corona-bedingt ab, dass in unserer Gemeinde nur ein Quartett singen kann – und nicht wie erhofft ein Oktett. Außerdem erhöhte sich die Anzahl der Gottesdienste von zunächst einem geplanten großen, gemeinsamen feierlichen auf drei mit kleinen Gruppen von maximal je zehn Erstkommunionkindern.  Alle Gottesdienste sollten an einem Wochenende (17./18. April) stattfinden. Da acht Sängerinnen und Sänger vorbereitet waren, konnten wir nun die Aufgaben verteilen und nicht jede(r) war in allen Gottesdiensten gefordert. So klang der Chor in jedem Gottesdienst anders – was auch für uns eine interessante Erfahrung war.

Für alle Beteiligten war dies eine bereichernde und herausfordernde Chorzeit, mit der wir die unsäglich lange Chorpause erträglicher machen konnten. Aufbauend auf dem bestehenden Repertoire, ergänzt um wenige neue Stücke, einen Gottesdienst ohne gewohnte Vorbereitung zu gestalten, in reduzierter und wechselnder Besetzung zu singen, und dann auch mit den erforderlichen Abständen als Ensemble zu klingen war neu und ein gewisses Wagnis. Dieses Wagnis hat sich gelohnt, hat allen viel Spaß bereitet und mit dazu beigetragen, dass die Erstkommunionkinder in einem festlichen Rahmen diesen besonderen Gottesdienst feiern konnten.

Den Post-Corona-Neustart mit allen Chormitgliedern wollen wir zu gegebener Zeit auch mit neuem Notenmaterial gestalten, für das wir den erhaltenen Förderbetrag einsetzen wollen.